
Chikungunya
Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung, die in über 110 Ländern vorkommt. (Quelle)Wichtige Fakten
- Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Stechmücken übertragene Krankheit, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) hervorgerufen wird.(1)
- Das Chikungunya-Fieber wurde in über 110 Ländern nachgewiesen.(1)
- Die Hauptrisikogebiete sind Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Teile Afrikas und Südostasiens.(1)
- Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung von durch Stechmücken übertragenen Arboviren wie dem Chikungunya-Virus,(2,3) sodass es in den letzten Jahren vermehrt zu Ausbrüchen von Chikungunya-Fieber in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa gekommen ist.(4,5)
- Alle Reisenden in endemische Regionen sind dem Risiko einer Infektion ausgesetzt.(6,7)
- Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Dengue- und dem Zika-Virus(1,8,9) kann die Diagnose einer Infektion durch das Chikungunya-Virus schwierig sein, was dazu führt, dass die Inzidenz der Krankheit möglicherweise unterschätzt wird.(10)
- Bis zu 97 % der Infizierten entwickeln Symptome, am häufigsten hohes Fieber und Gelenkschmerzen.(11)
- Bei bis zu 43 % der Betroffenen tritt eine chronische Form auf, die zu Funktionseinschränkungen führen kann und deren Folgen Monate bis Jahre anhalten können.(12)
- Die Möglichkeiten zur Prävention sind begrenzt und werden häufig nicht konsequent angewendet.(11,13,14) Ein Impfstoff gegen das CHIKV wurde in den USA, Canada und Europa zugelassen.(15)
- Es gibt keine Heilung oder Therapie für das Chikungunya-Fieber.(11)
Was ist Chikungunya-Fieber?
Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Stechmücken übertragene Krankheit, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) hervorgerufen wird.(1)„Chikungunya“ bedeutet in der Sprache des afrikanischen Makonde-Volkes „Gebeugter Gang“ und beschreibt damit die Auswirkungen der bei Chikungunya auftretenden anhaltenden Gelenkschmerzen.(1,14).
Wo tritt Chikungunya-Fieber auf?
Schätzungsweise 75 % der Weltbevölkerung leben in Chikungunya-Risikogebieten.(16) Das größte Risiko für Reisende besteht in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Teilen Afrikas und Südostasiens.(1)

Abbildung: Länder, in denen Chikungunya nachgewiesen wurde.(1)
Das Chikungunya-Fieber wurde in über 110 Ländern nachgewiesen.(1) Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung von durch Stechmücken übertragenen Arboviren wie dem Chikungunya-Virus,(2,3) sodass es in den letzten Jahren vermehrt zu Ausbrüchen von Chikungunya-Fieber in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa gekommen ist.(4,5) Zwischen 2014 und 2023 wurden in Nord-, Mittel- und Südamerika mehr als 3,7 Millionen CHIKV-Fälle gemeldet(4), und zwischen 2012 und 2018 meldeten 13 EU-Länder 2.616 reisebedingte Chikungunya-Fälle.(5)
Wer kann am Chikungunya-Fieber erkranken?
Häufig kommt es zu großen, explosionsartigen und unvorhersehbaren Ausbrüchen von Chikungunya-Fieber, von denen bis zu drei Viertel der Bevölkerung betroffen sind.(7,11) Alle Reisenden in endemische Regionen sind dem Risiko einer Infektion ausgesetzt.(6,7)
Was sind die Symptome und anhaltenden Folgen des Chikungunya-Fiebers?
Bis zu 97 % der Infizierten entwickeln Symptome, am häufigsten hohes Fieber und Gelenkschmerzen.(11) Weitere Symptome können Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, rote Augen, Übelkeit, Erbrechen oder ein Ausschlag mit erhabenen Beulen sein.(11,14)
Bei bis zu 43 % der Betroffenen tritt eine chronische Form auf, die zu Funktionseinschränkungen führen kann und deren Folgen Monate bis Jahre anhalten können. (12) Eine Studie ergab, dass 57 % der Patienten nach 2,5 Jahren immer noch zu einem gewissen Maß an den Folgen der Erkrankung litten.(17) In einer anderen Studie hatten 78,6 % der Patienten nach 2 Jahren anhaltende Muskel- und Gelenkbeschwerden.*(18)
*Nach einem Fragebogen aus dem Jahr 2008, den 175 Personen ausfüllten, bei denen zuvor das Chikungunya-Virus diagnostiziert worden war.(18)Wie wird das Chikungunya-Fieber diagnostiziert?
CHIKV-Infektionen können durch den Nachweis genomischer Sequenzen in klinischen Proben mittels RT-PCR diagnostiziert werden. Die definitive Diagnose erfolgt anhand eines Virusnachweises während der virämischen Phase (erste 7 Tage).(19)
Doch die klinische Diagnose einer Infektion mit dem Chikungunya-Virus kann aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Dengue- und Zika-Virus schwierig sein.(1,8,9) Dies kann dazu führen, dass die Gesamtzahl der Chikungunya-Fälle unterschätzt wird.*(10)
- Ähnliche Hauptsymptome: Fieber*, starke Gelenkschmerzen*, Gelenkschwellungen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag.(1)
*Hauptsymptome des Chikungunya-Fiebers - Identischer Übertragungsvektor: Den Annahmen zufolge ist die Ägyptische Tigermücke der Hauptüberträger von Chikungunya-Fieber, Dengue-Fieber und dem Zika-Virus.(8,9)
Wie kann das Chikungunya-Fieber behandelt werden?
Wie kann man dem Chikungunya-Fieber vorbeugen?
Referenzen
- World Health Organization. Chikungunya 2022 [updated 8 December 2022. Available from: www.who.int
- World Health Organization. World Health Day. 2022.
- Health Policy Watch. Climate Change Pushing an ‘Alarming’ Spread of Dengue, Chikungunya and Zika. 2023.
- Pan American Health Organization. Geographical spread of chikungunya in the Americas 2023. Available from: ais.paho.org.
- Gossner CM, Fournet N, Dias JG, Martínez BF, Del Manso M, Young JJ, et al. Risks Related to Chikungunya Infections among European Union Travelers, 2012-2018. Emerg Infect Dis. 2020;26(6):1067-76.
- European Centre for Disease Prevention and Control. Chikungunya virus disease 2020, updated 5 April 2022.
- Wahid B, Ali A, Rafique S, Idrees M. Global expansion of chikungunya virus: mapping the 64-year history. Int J Infect Dis. 2017;58:69-76.
- Pan American Health Organization. 2023 [updated 13 February 2023. Available from: www.paho.org.
- Oidtman RJ, España G, Perkins TA. Co-circulation and misdiagnosis led to underestimation of the 2015-2017 Zika epidemic in the Americas. PLoS Negl Trop Dis. 2021;15(3):e0009208.
- Dinkar A, Singh J, Prakash P, Das A, Nath G. Hidden burden of chikungunya in North India; A prospective study in a tertiary care centre. J Infect Public Health. 2018;11(4):586-91.
- Staples JE HS, Powers AM. Center for Disease Control; 2020 [updated 10 January 2020.
- Paixão ES, Rodrigues LC, Costa M, Itaparica M, Barreto F, Gérardin P, et al. Chikungunya chronic disease: a systematic review and meta-analysis. Trans R Soc Trop Med Hyg. 2018;112(7):301-16.
- Lalani T, Yun H, Tribble D, Ganesan A, Kunz A, Fairchok M, et al. A comparison of compliance rates with anti-vectorial protective measures during travel to regions with dengue or chikungunya activity, and regions endemic for Plasmodium falciparum malaria. J Travel Med. 2016;23(5).
- Thiberville SD, Moyen N, Dupuis-Maguiraga L, Nougairede A, Gould EA, Roques P, et al. Chikungunya fever: epidemiology, clinical syndrome, pathogenesis and therapy. Antiviral Res. 2013;99(3):345-70.
- Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz; Impfplan 2024/25, online verfügbar: Impfplan Österreich (sozialministerium.at) (Letzter Zugriff Dezember 2025)
- Puntasecca CJ, King CH, LaBeaud AD. Measuring the global burden of chikungunya and Zika viruses: A systematic review. PLoS Negl Trop Dis. 2021;15(3):e0009055.
- Doran C, Elsinga J, Fokkema A, Berenschot K, Gerstenbluth I, Duits A, et al. Long-term Chikungunya sequelae and quality of life 2.5 years post-acute disease in a prospective cohort in Curaçao. PLoS Negl Trop Dis. 2022;16(3):e0010142.
- Essackjee K, Goorah S, Ramchurn SK, Cheeneebash J, Walker-Bone K. Prevalence of and risk factors for chronic arthralgia and rheumatoid-like polyarthritis more than 2 years after infection with chikungunya virus. Postgrad Med J. 2013;89(1054):440-7.
- Weaver SC, Lecuit M. Chikungunya virus and the global spread of a mosquito-borne disease. N Engl J Med. 2015;372(13):1231-9.
- Simon F, Javelle E, Cabie A, Bouquillard E, Troisgros O, Gentile G, et al. French guidelines for the management of chikungunya (acute and persistent presentations). November 2014. Med Mal Infect. 2015;45(7):243-63.

